Vitamin-B12-Mangel in Deutschland

Vitamin-B12-Mangel in Deutschland

Wenn Menschen unter Gedächtnisproblemen, Konzentrationsstörungen, Appetitlosigkeit, Verstopfung und insbesondere körperlicher Leistungsschwäche leiden, dann kann dies oftmals auf einen Mangel des essentiellen Vitamins B12 zurückzuführen sein. Als Gründe hierfür werden vielfach psychische Faktoren wie Streß, Ängste und Sorgen genannt, aber auch eine einseitige Ernährung oder bestimmte Medikamente. Besonders gefährdet jedoch sind Personen mit einer Erkrankung des Magen-Darm-Trakts wie beispielsweise einer Gastritis.

Vitamin B12 gehört zu den sogenannten essentiellen Vitaminen. Es muß unserem Körper von außen zugeführt werden. Besonders wichtig ist dieses Vitamin für unser Nervensystem, für die Blutbildung und für gesunde Schleimhäute. Es spielte eine Rolle bei der Zellteilung, der Energiegewinnung aus Proteinen, Fetten und Kohlehydraten und hält – zusammen mit Folsäure und Vitamin B6 – die schädliche Aminosäure Homocystein im Zaum. Aber unser tägliches Leben wird immer stärker zum „B12-Räuber“. Stress, Ängste, Sorgen, hohe geistige und körperliche Anforderungen, starke Belastungen des Immunsystems durch Infektionen, schwere körperliche Arbeit – all dies leert unsere Vitamin B12-Depots.

Das Vitamin aus dem Fleisch
Wer sich ausgewogen ernährt, dürfte eigentlich genügend Vitamin B12 zuführen. Denn in tierischen Eiweißen ist normalerweise ausreichend dieses auch unter dem Namen Cobalamin bekannten Power-Vitamins enthalten. Hervorragende Vitamin B12-Lieferanten sind unter anderem Fleisch, Leber, Niere, Milch, Eigelb. Warum aber vermuten Experten trotzdem bei Teilen insbesondere der älteren Bevölkerung einen Mangel an Vitamin B? Und das angesichts des hohen Fleischkonsums in Deutschland.
Natürlich hatten Vegetarier und Veganer auf Grund ihrer Ernährungsgewohnheiten schon immer ein höheres Mangelrisiko. Aber warum leiden immer mehr Menschen mit ganz normalem Speiseplan unter den Folgen eines niedrigen Vitamin-B12-Spiegels? Folgen, die sich nicht nur in einfachen Gedächtnisproblemen niederschlagen, sondern die bis hin zu totaler körperlicher und geistiger Leistungsschwäche, Verstopfung, Apathie, depressiven Störungen und Demenz reichen können.

Magenprobleme stören Vitamin-Aufnahme
Experten sind sich einig, dass an einem Vitamin B12-Mangel nur in den wenigsten Fällen eine zu geringe Zufuhr dieses Vitamins schuld ist. Meist liegt die Ursache in einer Aufnahmestörung im Magen-Darm-Trakt. Denn von dort kommt normalerweise der B12-Nachschub. Streß und Hektik reduzieren die Durchblutung der Verdauungsorgane und damit auch die Aufnahme der nötigen Menge an Vitamin B12. Außerdem verbraucht die Produktion der Stress-Hormone Noradrenalin und Serotonin einen großen Teil der B12-Reserven. Obwohl B12 fast ausschließlich aus ei
ner bestimmten Dünndarm-Region in den Körper übernommen werden kann, belegen neue Untersuchungen einen bisher vielfach unterbewerteten weiteren Zusammenhang: Leiden Menschen an einer Gastritis, also an einer Entzündung der Magenschleimhaut, werden bestimmte für die Vitamin B12-Aufnahme im Dünndarm unbedingt notwendige Substanzen nicht mehr in ausreichender Menge produziert. Die Folge hiervon ist ebenfalls ein Ausbleiben des B12-Nachschubs. Dabei kommt es nicht darauf an, ob die Gastritis Folge einer bakteriellen Infektion (z. B. durch den „Magenteufel“ Helicobacter pylori) oder ob sie auf Viren, Schimmelpilze oder Streß zurückzuführen ist. Die Konsequenz ist immer gleich: Es steht zu wenig Vitamin B12 zur Verfügung. Darüber hinaus ist auch für Medikamente wie Acetyl-Salicylsäure (ASS), Cortison, Diclofenac und Ibuprofen sowie für bestimmte Cholesterinsenker ein Vitamin B12-Aufnahme hemmender Zusammenhang nachweisbar. Ein Blick auf die Statistiken zeigt das Dilemma bei Gastritis: Ihnen zu Folge wurden z. B. über 50 Prozent der über 50jährigen schon ein- oder mehrmals von einer Gastritis geplagt, die ja nicht nur durch Streß, sondern auch durch Alkohol, Rauchen, scharfe Speisen und Medikamente ausgelöst werden kann. Eine Studie des Robert-Koch-Instituts kam sogar auf einen Anteil von mehr als 20 Prozent an der Gesamtbevölkerung. Jeder Fünfte ist also theoretisch allein bei Gastritis ein B12-Mangel-Kandidat – eine erstaunlich hohe Zahl.

Zusätzliche Zufuhr alternativlos
Viele Experten gehen inzwischen davon aus, einen sich anbahnenden oder bereits bestehenden B12-Mangel nur noch durch eine konsequente zusätzliche Gabe des essentiellen Vitamins ausgleichen zu können. Besonders als Vorbeugung und für den Ausgleich leichter bis mittelschwerer Mangelzustände eignen sich gut einnehmbare, schnell verfügbare Tabletten. Damit ist es problemlos möglich, sich mit dem gesamten Tagesbedarf dieses lebenswichtigen Vitamins zu versorgen. Besonders sinnvoll ist diese Zufuhr oft auch für Menschen mit vegetarischer oder veganer Lebensweise. Denn gerade sie laufen Gefahr, durch das Weglassen fleischlicher Kost schon kurzfristig einen deutlichen B12-Mangel zu entwickeln. Gut zu wissen, wie einfach man den Folgen einer solchen Unterversorgung vorbeugen oder ihre Konsequenzen beheben kann.

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