Kommentar der Bürgerinitiativen „Genug Windräder um Meisenheim“ und „Weitblick“

zum Klimaschutzkonzept des Landkreises Kusel, verabschiedet am 8.7.2015 in Rehbach

Der Landkreis Kusel emittierte im Jahr 2013 430 000 Tonnen CO2. Deutschland emittierte 2013 953 Mio. Tonnen CO2. Der Anteil des Land­kreises Kusel an den deutschen CO2-Emissionen betrug damit etwa 0,05%, also weniger als 1/2000stel. Der Landkreis Kusel ist ein struktur­schwaches Gebiet ohne größere Industriegebiete oder Kraftwerke. Außer­dem wurde von 1990 bis 2013 ein Absinken der CO2-Emissionen um 30% erreicht. Deshalb bezweifeln wir die Notwendigkeit eines Klimaschutzkonzeptes.

Die Welt emittierte 2013 35,1 Mrd. Tonnen, der Anteil Deutschlands an den Gesamtemissionen betrug damit 2,796. Der Anteil des Landkreises Kusel spielt am Gesamt-CO2-Ausstoss Deutschlands also praktisch keine Rolle, genau so, wie Deutschland weltweit hinsichtlich des CO2-Ausstos­ses nur eine Nebenrolle spielt. Auch deshalb bezweifeln wir die Notwen­digkeit eines Klimaschutzkonzeptes.

Wir unterstellen, dass die Kreistagsmitglieder die obigen Zahlen alle ken­nen. Wir unterstellen auch, dass die Kreistagsmitglieder nicht davon aus­gehen, dass durch den Bau von Windrädern im Nordpfälzer Bergland das Weltklima gerettet werden kann. Wir gehen davon aus, dass die Kreistagsmitglieder lediglich mit bester Absicht bestrebt waren, Gelder in den Kreis zu lenken.

Wir befürchten aber, dass das Klimaschutzkonzept nicht nur keinen Nutzen haben wird, sondern dass es massiv schadet. Besonders den Ausbau der Windkraft mit 39 neuen Anlagen bis 2020 sehen wir kritisch. Herr Jens Frank von der IFAS prophezeit durch diese Maßnahme im Laufe von 20 Jahren eine regionale Wertschöpfung von 53 Mio. €.

Die erste Voraussetzung für Wertschöpfung mit Windrädern ist Wind: Bei den an­gegebenen Windhöffigkeiten im Klimaschutzkonzept wird nicht die Höhe über Grund angegeben für die genannten Werte. Das Klimaschutzkonzept gibt für die WEA Medard 1 6,2-6,4 m an., auf dem Meisenheimer Plan sind es nur 5,8-6,0 m/s in 100 m Höhe über Grund. Genauso in Kappeln : 6,0 bis 6,4 m/s statt 5,4 bis 6,0 auf den Meisenhei­mer Plänen. Genau so in Hoppstädten: 6,2 bis 6,7 m/s statt der in Mei­senheim verzeichneten 5,4 bis 6,0 m/s. In Rheinland-Pfalz laufen 75% der WEA nur wegen der Einspeisevergütung, ansonsten wären sie unren­tabel. Ursache immer die selbe: Zu wenig Wind,vor dem Bau geschönte Windhöffigkeitsberechnungen. Das ist auch bei den drei angeführten Standorten der Fall.

Damit zusam­menhängend die Zahl der Volllaststunden: Ungerührt von allen tatsäch­lich erreichten Stunden schätzen die Autoren der Studie auf Seite 73 oben rechts: 2100 bis 2600 Volllaststunden pro Jahr. Realität nach BDEW in RLP im Jahr 2013: 1403 Volllaststunden! Die anstehenden EEG-Verän­derungen sind auch nicht berechnet: Im Jahr 2016 pro Quartal 1,6% we­niger Einspeisevergütung, ab 2017 Ausschreibung, d.h., der Projektierer, der die geringste Förderung verlangt, bekommt den Zuschlag.

Zusammenfassend kommen wir zu dem Schluss: Die zu erwartenden Ein­nahmen sind massiv schöngerechnet, die Nachteile verschwiegen: - lrreparable Landschaftszerstörung - Einbußen im Tourismus - lmmobilienwertverluste - optische Beeinträchtigung, Lärmbelästigung, Gefährdung durch lnfra­schall für empfängliche Personen - Gefährdung von Vögeln und Fledermäusen - soziale Konflikte in den betroffenen Ortsgemeinden.

Ohne Speichertechnik ist jeder weitere Ausbau von Windkraft sinnlos: Er trägt nicht zur Energiewende bei, da weder Atom- noch Kohlekraftwerke abgeschaltet werden können und deshalb auch nicht weniger CO2 produ­ziert wird. Außerdem gefährdet der weitere Ausbau in noch stärkerem Maße wie bisher die Stabilität unserer Stromnetze. Finanziell führt das EEG zu einer gewaltigen Umverteilung von unten nach oben: Die Stromkunden ermöglichen mit ihrer EEG-Umlage die Gewinne von Anlegern und Banken, ohne dass der Allgemeinheit irgend ein Nutzen entstünde.

WIR FORDERN EIN MORATORIUM: KEINE NEUEN WINDRÄDER, SOLANGE ES KEINE SPEICHERTECHNIK GIBT!!!

Dr. Alois Schwahn Ringbergstraße 30, 67744 Schweinschied. am 14.8.2015