Wertverlust von Eigenheimen in der Nähe von Windkraft-Anlagen

Einen sehr interessanten Aspekt beleuchten die meisten Diskussionen nur unzureichend:
Wieviel Wertverlust müssen Eigenheimbesitzer befürchten, wenn in ihrer Umgebung ein Windrad oder ein Windpark erstellt wird? Einen ersten Einblick in die rechtliche Situation gibt ansatzweise ein Aufsatz des in Bielefeld lehrenden Professors Dr. jur. Erwin Quambusch, der die Möglchkeit eines Grundsteuererlasses wegen benachbarter Windkraftanlagen untersucht hat. Eines der wichtigsten Zitate beschäftigt sich mit der Veränderung des Marktwertes:

“Allein die Tatsache, daß diese Wirkungen (Geräuschemission, Schädigungen durch Infraschall etc. – Anm. d. Red.) angenommen werden, reicht aus, um den Marktwert von Immobilien beeinflussen zu können. Nehmen die Marktteilnehmer die Existenz abträglicher Immissionen an, so liegt hierin ein marktüblicher wertmindernder Effekt. Dieser wird von Immobilienmaklern je nach Lage der Immobilien zwischen 30 und 70% veranschlagt und kann bis zur Unverkäuflichkeit reichen”

Das Thema wurde bisher weder vom Bundesfinanzhof, noch vom Bundesverwaltungsgericht abschließend beantwortet.
Jedoch hat der BFH bereits 2006 die Frage grundsätzlich bejaht, ob die von Windkraftanlagen ausgehenden Immissionen eine Ermäßigung des Einheitswertes rechtfertigen.
Es wird z.Zt. wohl auf eine Einzelfall-Entscheidung hinauslaufen, die von den Betroffenen ein gerüttelt Maß an Energie, Konsequenz und letztlich auch finanziellen Mitteln erfordert.

Der Aufsatz hier als pdf-Dokument: Wertverlust_durchWEA (1)

Interessant auch Prof. Quambuschs Stellungnahme zur Möglichkeit der Verhinderung von WKAs mit den Mitteln des Baurechts: http://www.huegelland.net/quambusch.htm