Wer heilt, hat recht

Die Heilkräfte der Natur – immer wieder stehen sie im Mittelpunkt vielfach kontroverser Standpunkte. In der Öffentlichkeit wie auch in Fachkreisen gewinnen sie seit Jahren stark an Bedeutung, so das Ergebnis einer aktuellen Allensbach-Umfrage. Immer mehr Menschen vertrauen natürlichen Therapieformen. Und das, obwohl bestimmte Gruppierungen nicht müde werden, den Nutzen wirksamer Naturheilmittel und homöopathischer Heilverfahren regelmäßig in Abrede zu stellen. Doch die Bevölkerung glaubt ihnen nicht – und hat dafür gute Gründe.

Immer verzweifelter wird der Wettlauf zwischen Krankheiten und den gegen sie eingesetzten Wirkstoffen. Wirkungen lassen nach, Resistenzen greifen um sich, neue Krankheiten entstehen. Weltumspannende Pharmakonzerne investieren jährlich viele Milliarden in die Entwicklung neuer chemisch-synthetischer und zunehmend auch gentechnisch entwickelter Medikamente.

Homöopathie - für die ganze Familie!

Homöopathie – für die ganze Familie!
Bildquelle: Julia Pfeifer

Behauptet wird immer wieder, dass nur millionenteure klinische Studien den Nutzen von Medikamenten beweisen und damit deren Existenzberechtigung sicherstellen könnten. Vielfach ignoriert werden dabei die praktischen Erfahrungen naturheilkundlicher Behandlungsmethoden, die Therapeuten über Jahrzehnte hin sammeln konnten. Die Menschen aber lassen sich von all dem kaum beirren – im Gegenteil.

Wichtiger Pfeiler im Gesundheitssystem
Insbesondere die Homöopathie gewinnt immer mehr an Vertrauen. Deutlich mehr als die Hälfte aller Deutschen, so das Ergebnis einer aktuellen, repräsentativen Studie des demoskopischen Institutes Allensbach, nutzt mittlerweile homöopathische Arzneimittel mehr oder weniger regelmäßig. Sie gelten nicht nur als gut wirksam, sondern aufgrund ihrer hervorragenden Verträglichkeit auch als unbedenklich. Zudem stehen für viele Leiden geeignete homöopathische Arzneimittel bereit, die in den meisten Fällen und in geeigneter Dosierung vom Neugeborenen bis ins hohe Alter einsetzbar sind. Entsprechend groß ist daher die Bedeutung der Naturheilkunde in unserem auf Therapievielfalt angelegten deutschen Gesundheitssystem. Namhafte Institutionen, allen voran die Veronica Carstens Stiftung, unterstützen folgerichtig seit Jahren Forschung und Lehre rund um die Möglichkeiten und Grenzen naturheilkundlicher Therapien.

Wie wirkt Homöopathie?
Der Wirkmechanismus homöopathischer Arzneimittel ist bislang nur ansatzweise bekannt. Die Wirkung basiert ganz offensichtlich vor allem auf einer gezielten Stärkung der körpereigenen Selbstheilungskräfte. Eine Hilfe zur Selbsthilfe – ähnlich wie bei einer Impfung. Stoffe, die bei gesunden Menschen bestimmte Symptome auslösen, werden bei Kranken meist “potenziert”, also mittels spezieller Verfahren “homöopathisch aufbereitet” als Heilmittel eingesetzt. So kann z. B. Heuschnupfen mit der homöopathisch aufbereiteten Küchenzwiebel (“Cepa”) therapiert werden. Mit einem Stoff also, der bei Gesunden die typischen Symptome des Heuschnupfens, nämlich Augentränen und Naselaufen, verursachen würde. Homöopathen sprechen hier vom sogenannten Ähnlichkeits-Prinzip.

Wirksamkeit durch Studien und ärztliche Praxis belegt
Homöopathische Arzneimittel haben sich nicht nur in der täglichen ärztlichen Praxis über Jahrzehnte hin bewährt. Es liegt auch eine hohe Anzahl kontrollierter Studien vor, aus denen die Wirksamkeit der Homöopathie klar hervorgeht. “Davon wurden mehr als 100 Studien placebo-kontrolliert durchgeführt und entsprechen modernen Standards”, so Dr. Markus Wiesenauer, Autor zahlreicher Lehrbücher und einer der wohl renommiertesten, auf Homöopathie spezialisierten Ärzte Deutschlands. “In meiner hausärztlichen Praxis behandele ich mehr als die Hälfte meiner Patienten ausschließlich homöopathisch. Die übrigen Patienten kann ich homöopathisch unterstützen, sodass die notwendigen konventionellen, chemisch-synthetischen Medikamente häufig reduziert werden können”.

 

Homöopathische Arzneimittel - nicht nur in Form von Globuli erhältlich

Homöopathische Arzneimittel – nicht nur in Form von Globuli erhältlich

Starke Wirkungen – auch in niedrigsten Dosierungen
Zu Recht gilt die Natur als wertvollste Fundgrube für medizinisch nutzbare Wirkstoffe. Viele davon sind auch heute noch Basis hochwirksamer schulmedizinischer Arzneien. Bekannte Beispiele für Naturstoffe, die schon in niedrigsten Dosierungen starke Wirkungen entfalten, sind die “herzwirksamen Glycoside” aus dem Fingerhut, oder bestimmte, als Procyanidine bezeichnete Stoffe des ebenfalls in der Herzmedizin verwendeten Weißdorns. Diese können selbst noch in einer analytisch kaum mehr nachweisbaren Konzentration die empfindlichen Herzkranzgefäße um mehr als 20 Prozent weiten und so deren Durchblutung fördern.

Die “Schatzkammer der Natur” in Gefahr
Doch es könnte bald vorbei sein mit Therapien aus der Schatzkammer der Natur. Trotz bester Erfahrungen und einer Vielzahl positiver Studien versuchen interessierte Kreise immer wieder, naturheilkundliche Therapien in Verruf zu bringen. Dabei geht es sicherlich auch um wirtschaftliche Interessen. Leidtragende dieses an Härte zunehmenden Verdrängungswettbewerbs sind nicht nur die Patienten, sondern vielfach auch kleinere, auf die Entwicklung von Naturheilmitteln spezialisierte mittelständische Arzneimittelhersteller. Kritiker der Naturheilkunde wird es genauso wie Kritiker chemisch-synthetischer Arzneimittel immer geben. In dieser kräftezehrenden Auseinandersetzung sollte allerdings nie das Wohl der Patienten vergessen werden, für das grundsätzlich immer gelten muss: “Wer heilt, hat recht”!