Verschwindet die Nacht?


Vortrag über die Auswirkungen der Lichtverschmutzung

Sterne sterben aus! Heute kennen die meisten Menschen nur noch den Mond. Wir können davon ausgehen, dass 60 % der heranwachsenden Kinder noch nie die Milchstraße und ihre mysteriöse Schönheit gesehen haben. Das alte Lied „Weißt Du wieviel Sternlein stehen?“ stößt bei immer mehr Menschen auf Unverständnis. Sternlein? Welche Sternlein? Aber was bewirkt das Verschwinden der Nacht. Welche Folgen hat die menschengemachte Lichtverschmutzung für Natur, Mensch und Tier? Darüber berichtet Frau Prof. Dr. Jutta Ströter-Bender, Lehrbeauftragte für Kunst an der Universität Paderborn am

20. Januar in ihrem Vortrag im Saal des Brauhaus‘ in Lauterecken.

Während in einer klaren Nacht eigentlich mehr als 25.000 Sterne zu sehen sein sollten, so viele, dass der Überblick verloren werde könnte, ist diese Erfahrung heute kaum noch möglich. Grund ist die weltweite Lichtverschmutzung durch künstliches Licht. Da uns Dunkelheit zunehmend ängstigt, sie als Abweichung von der Norm anstatt gerade eben als die zweite Normalität gesehen wird, erhellen wir noch den letzten Winkel der Nacht. Dieses Übermaß an Erhellung – nicht an Erleuchtung – erzeugt eine dichte rosa-orangefarbige Leuchtform, welche den nächtlichen Himmel anstrahlt. Verstärkt wird dieses Phänomen auch bei uns in der Nahe-Glantal Region zusätzlich noch durch das nächtliche Blinken unzähliger Windkraftanlagen.

Der um 19 Uhr beginnende Vortrag stellt nicht nur die Auswirkungen der Lichtverschmutzung und sich formierende, aktuelle Gegenbewegungen vor, sondern widmet sich anhand zahlreicher Beispiele aus der Kunst auch dem verschwindenden Kulturgut Sternenhimmel und dem Erleben der Nacht im alten Europa an Beispielen wie u.a. der Himmelscheibe von Nebra und den legendären Goldhüten.

Der Vortrag wird vom Institut für Naturheilkunde und Kommunikation gesponsort, der Eintritt ist also frei.

Prof. Dr. Jutta Ströter-Bender, Universität Paderborn (Kunst) forscht seit Jahren zu den Schnittstellen von kulturellem Erbe und aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen. Sie ist Bildungsbeauftrage für das UNESCO Weltdokumentenerbe.