Gesund mit Homöopathie

Vertrauenswürdig und wirksam

Homöopathische und naturheilkundliche Therapieformen erzielen oft erstaunliche Behandlungserfolge und erfreuen sich zunehmender Beliebtheit in der Bevölkerung. Trotzdem ist gerade die Therapie mit homöopathischen Arzneimitteln immer wieder Gegenstand kritischer Berichterstattungen – teilweise mit geradezu missionarischem Eifer. Wir sprachen mit Prof. Oliver Ploss, Lehrbeauftragter für Homöopathie an der Universität Münster, über die Berechtigung naturheilkundlicher Therapien und über die Vorteile einer Zusammenarbeit zwischen Schulmedizin und Naturheilkunde.

Prof. Ploss

Prof. Ploss

INUKO: Herr Professor Ploss, immer wieder wird der Naturheilkunde und insbesondere der Homöopathie vorgeworfen, sie würde keine haltbaren Belege für ihre Wirksamkeit vorlegen. Stimmt das?

Dr. O. Ploss: Überhaupt nicht. Erstens haben kürzlich Experten der Veronika Carstens-Stiftung eine zusammenfassende Analyse klinischer Forschungsdaten zur Wirksamkeit homöopathischer Arzneimittel vorgelegt, deren Qualität selbst größte Skeptiker überzeugen müsste. Und zweitens ist das jahrzehntelange ärztliche Erfahrungswissen und die positiven Erfahrungen einer Unmenge von Patienten überhaupt nicht anzweifelbar. Dieses ärztliche Erfahrungswissen gilt in der modernen Medizin ebenfalls als wissenschaftliche Evidenz. Aber sehen Sie: Wer der Homöopathie, aus welchen Gründen auch immer, ernsthaft schaden will, der lässt sich mit den besten Argumenten nicht davon abhalten.

INUKO: Den Patienten selbst interessiert dieser eher akademische Streit wohl weniger. Der hält sich an den Grundsatz ‚Wer heilt, hat recht‘. Sie erwähnen oft eine neue Form der Zusammenarbeit mit der Schulmedizin. Was meinen Sie damit?

Dr. O. Ploss: Nun, homöopathisch orientierte Ärzte sind sich sehr wohl bewusst, dass sich mit homöopathischen Methoden eine Vielzahl von Krankheiten gut behandeln lässt, aber eben nicht alle. Kein seriöser Homöopath wird behaupten, zum Beispiel fortgeschrittene Krebserkrankungen, akute Asthmaanfälle, Herzinfarkte oder massive Organschäden mit Homöopathie heilen zu können. Es ist aber durchaus möglich, in solchen und auch anderen Fällen die notwendige schulmedizinische Therapie homöopathisch zu begleiten und so zum Beispiel Folgeschäden oder auch Nebenwirkungen zu reduzieren, die Rückfall-wahrscheinlichkeit zu mindern oder die Krankheitsdauer zu verkürzen. Dieses Wissen um die eigenen Grenzen bereichert die moderne Homöopathie und führt zu einer ganz neuen, produktiven Form der Zusammenarbeit zwischen Homöopathie und Naturheilkunde einerseits und klassischer Schulmedizin andererseits.

INUKO: Wer schon einmal eine homöopathische Anamnese – also eine Befunderstellung bei einem Homöopathen erlebt hat, dem fällt auf: Ein homöopathisch arbeitender Arzt arbeitet anders. Warum?

Dr. O. Ploss: Weil für ihn nicht nur oberflächliche Symptome der aktuellen Krankheit zählen, sondern ebenso die Geschichte des Patienten, der Zustand seiner Haut, seiner Augen und viele andere individuelle Symptome. Das kostet Zeit und die investiert ein Homöopath.

INUKO: Ein großer Bereich der homöopathischen Therapie ist aber nicht auf ärztliche Verordnungen beschränkt, sondern gehört in den Bereich der Selbstmedikation. Welche Anwendungsbereiche fallen besonders ins Gewicht?

Homöopathische Medikamente eigenen sich auch z.B. zur Heuschnupfen-Therapie (Bildquelle Julia Pfeifer)

Homöopathische Medikamente eigenen sich auch z.B. zur Heuschnupfen-Therapie (Bildquelle Julia Pfeifer)

Dr. O. Ploss: Wir unterscheiden zwischen sogenannten Einzelmitteln und Komplexmitteln. Zu ersteren gehört z.B. Adhatoda, das Indische Lungenkraut, das als gut wirksam gegen Heuschnupfen und Hausstauballergie gilt. Oder Belladonna, das gegen Fieber, Kopfschmerzen oder Entzündungen eingesetzt werden kann. In Komplexmitteln, die sich besonders gut für die Selbstmedikation eignen, werden mehrere Einzelmittel so kombiniert, dass sie sich in ihren Wirkungen möglichst perfekt ergänzen. Komplexmittel werden beispielsweise mit großem Erfolg zur Behandlung von Erkältungen, grippalen Infekten, zur Stärkung der Immunabwehr oder zur Behandlung von innerer Unruhe, Schlafstörungen oder Schwindel eingesetzt.

INUKO: Worauf basiert Ihrer Meinung nach die Wirkung homöopathischer Arzneimittel?

Dr. O. Ploss: Ganz offensichtlich vor allem auf einer Stärkung der körpereigenen Selbstheilungskräfte im Sinne einer schonenden Hilfe zur Selbsthilfe. Besonders positiv ist ja immer wieder zu vermerken, dass diese Mittel aufgrund ihrer sehr guten Verträglichkeit und in geeigneter Dosierung vom Kleinkind bis ins hohe Alter einsetzbar sind.

INUKO: Dann bleibt nur zu hoffen, dass in diesem teilweise dogmatisch geführten Konflikt zwischen Kritikern und Befürwortern dieser speziellen Therapierichtung die Vernunft siegen wird.

Dr. O. Ploss: Ja, und dass sich letztendlich diejenigen durchsetzen werden, die für ein gedeihliches Miteinander von naturheilkundlicher Therapie und klassischer Schulmedizin plädieren. Ganz im Sinne der Patienten und dem heilberuflichen Grundsatz folgend: “Wer heilt, hat recht”.