Benzydamin gegen Halsschmerzen

Halsschmerzen sind meist Schmerzen im Bereich des Rachens. Ihn passieren Nahrung, Atemluft, Flüssigkeit, Schadstoffe, Viren und Bakterien. In der kalten Jahreszeit trocknen seine Schleimhäute oft aus, werden unterkühlt und schlecht durchblutet. Kein Wunder, dass sich dort Erreger leicht ansiedeln. Wir sprachen mit Dr. Alfred Stuhler, Apotheker aus Blaubeuren, über die Auslöser von Halsschmerzen und über ein neues Präparat mit dem Wirkstoff Benzydamin, das Halsschmerzen rasch lindern, Entzündungen des Rachens effektiv zurückdrängen und Schluckbeschwerden reduzieren kann.

dr_stuhlerRedaktion: Herr Dr. Stuhler, warum spüren wir eine beginnende Erkältung meist zuerst im Rachen?

Dr. Stuhler: Weil der Rachen sehr viel „abbekommt“. Dieser etwa 13cm lange Bereich zwischen Mund und Speiseröhre ist so etwas wie die erste Abwehrstation des Körpers gegen Eindringlinge, die vielfach mit der Luft eingeatmet werden. Die größten Probleme verursachen dabei Erkältungsviren, die sich in den durch mangelnde Luftfeuchtigkeit, durch Kälte und Reizstoffe geschwächten Schleimhäuten festsetzen. Deshalb ist in der kalten Jahreszeit die Nasenatmung so wichtig. Sie befeuchtet die Atemluft und verhindert ein Austrocknen der Schleimhäute.

Redaktion: Hilft es, die Raumluft anzufeuchten?

Dr. Stuhler: Häufig reicht schon das Aufstellen einer flachen, mit Wasser gefüllten Schale auf einem Heizkörper. Auch Zimmerpflanzen tragen dazu bei, die Luftfeuchtigkeit nicht zu weit absinken zu lassen. Idealerweise sollte ein Wert von 45% relativer Luftfeuchte nicht unterschritten werden. Ein preisgünstiges Messgerät, ein sogenanntes Hygrometer, sollte zu Überprüfung daher in keinem Haushalt fehlen.

Redaktion: Manchmal jedoch schaffen es Erkältungserreger, sich in den Atemwegen festzusetzen. Dann kommen oft die ersten stechenden Halsschmerzen.

Dr. Stuhler: Und mit ihnen dann die Erkältung. Eine solche Entzündung der Schleimhäute kann den Kehlkopf betreffen, die Rachenschleimhaut oder die Stimmbänder. Wenn man Pech hat, kommt alles zusammen. Worüber sich Erkrankte am stärksten beklagen, sind heftige, häufig stechende Schmerzen im entzündeten Rachengewebe. Hinzu kommen Schluckbeschwerden, unangenehmer Reizhusten, oft auch Schnupfen und Fieber als Zeichen erhöhter körperlicher Abwehrtätigkeit.

Redaktion: Wie kann man Hals- und Rachenschmerzen entgegentreten? Besonders hoch im Kurs in Forscherkreisen ist ja der Wirkstoff Benzydamin (neu: neo-angin Benzydamin Halstabletten, rezeptfrei, Apotheke). Warum ist dieser Wirkstoff derart im Focus der Wissenschaft?

Dr. Stuhler: Nun, in vergleichenden Studien zeigte sich eine minutenschnelle und langanhaltende Schmerzlinderung. Die besonders lästige Schwellung und Rötung des Rachenbereiches ging dank ungewöhnlich stark entzündungshemmender Eigenschaften des Benzydamin deutlich zurück. In der aktuellen Studie waren nach sieben Tagen fast 90% der damit behandelten Patienten symptomfrei, in der mit einem Placebo, also einem wirkstofffreien Scheinpräparat behandelten Vergleichsgruppe nur 38%. Besonders hilfreich empfinden Erkrankte vor allem die meist schon nach fünf Minuten einsetzende Schmerzlinderung.

Redaktion: Wie würden Sie die Wirkung von Benzydamin zusammenfassend charakterisieren?

Dr. Stuhler: Schnell einsetzend, lang anhaltend und stark entzündungshemmend. Und zudem ist noch hervorzuheben, dass Halstabletten mit dem modernen Wirkstoff gut verträglich sind.

Redaktion: Gibt es zusätzlich Möglichkeiten, seinem Rachen Gutes zu tun?

Dr. Stuhler: Man sollte auf jeden Fall jegliche Form zusätzlicher Belastungen für die empfindliche Rachenschleimhaut vermeiden. Hierzu gehört unter anderem Rauchen, denn Tabak reizt die Schleimhäute extrem und Alkohol, der die Durchblutung der infizierten Bereiche reduziert. Zusätzlich möglichst keine scharfen Speisen essen, die Halsregion warm halten und vor allem eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sicherstellen. Denn durch ausreichendes Trinken gelingt es dem Körper meist, eingedrungene Erreger schnell wieder auszuschwemmen.

Redaktion: Sind kalte oder warme Getränke besser?

Dr. Stuhler: Auch wenn es seltsam erscheint: Lauwarme Tees sind das beste Mittel. Sie weiten die Blutgefäße, steigern somit die Durchblutung der Rachenschleimhäute und ermöglichen es dem Immunsystem, mehr der dringend benötigten Abwehrzellen an den Ort der Infektion zu transportieren.

Zusammen mit einer Benzydamin Anti-Halsschmerz-Therapie sollte es so gelingen, die Auswirkungen einer Hals-Infektion weitestgehend zurückzudrängen.