Nachhaltige Hilfe bei Durchfall

Durchfall ist immer lästig, kommt immer zum falschen Zeitpunkt. Stress kann Auslöser sein, fremde Speisen, Antibiotika oder auch Viren und Bakterien. Einfach die Darmbewegungen abzuschalten, kann jedoch ein falscher Weg sein. Wie Durchfälle unterschiedlichster Ursachen auf eine gut verträgliche, zuverlässige und nachhaltige Weise behandelt werden können und welche Rolle dabei eine spezielle Arzneihefe spielt, darüber sprachen wir mit dem Experten für Mikrobiologie, Prof. Dr. J. Peter Guggenbichler.

Prof. Dr. Guggenbichler

Herr Professor, wer früher über seine Darmgesundheit sprach, wurde häufig schräg angeschaut nach dem Motto ‚Über so etwas spricht man doch nicht!‘. Das hat sich aber geändert, richtig?

Prof. Guggenbichler: In der Tat! Inzwischen hat sich einfach herumgesprochen, welche Bedeutung die Gesundheit unseres größten Organs mit seinen Billionen Mikroorganismen hat. Wir müssen bedenken, dass die Darmgesundheit zum Beispiel die Schlagkraft unseres Immunsystems beeinflusst oder das Entstehen von Krankheiten wie Allergien, seelischen Befindlichkeiten, Rheuma oder auch unnatürlicher Gewichtszunahme.

Wann ist der Darm eigentlich in Ordnung?

Prof. Guggenbichler: Dafür gibt es eine ganz einfache Regel: Dem Darm geht es gut, wenn die Besiedelung mit Mikroorganismen – wir sprechen da von der sogenannten Darmflora – im Gleichgewicht ist. Unter Darmflora versteht man das Miteinander einer Vielzahl unterschiedlichster Bakterien und Hefen, die nicht nur für eine Verwertung von Nährstoffen sorgen. Was wir häufig vergessen ist, welche immense Rolle sie für die generelle Gesundheit des Menschen spielt. Man spricht vom sogenannten darmassoziierten Immunsystem. Eine Schädigung der Darmflora hat weit reichende Auswirkungen auf die Abwehrkraft, insbesondere gegen krankmachende Bakterien und Viren.

Was sollten wir tun, wenn der Darm Probleme macht?

Prof. Guggenbichler: Nun, zuerst schauen wir mal, welcher Art diese Probleme sind. In den allermeisten Fällen sind es ja Durchfallerkrankungen, die uns belasten. Durchfallerkrankungen aber können unbehandelt durch den damit verbundenen Verlust von Flüssigkeit, Vitaminen und Mineralstoffen den Nährstoffhaushalt des gesamten Organismus‘ ernsthaft in Gefahr bringen. Und sie schädigen darüber hinaus auch die Schleimhaut des Darms, was dann wiederum die Aufnahme von Nährstoffen und Vitaminen reduziert.

Als Mittel der Wahl bei Durchfällen wird inzwischen sehr häufig der gezielte Einsatz der Arzneihefe Saccharomyces boulardii (in Perenterol, rezeptfrei in Apotheken) empfohlen. Warum?

Prof. Guggenbichler: Weil dieser natürliche Wirkstoff nicht nur den Durchfall zuverlässig bekämpft, sondern auch nachhaltig die empfindliche Darmflora schützt und unsere Abwehrkräfte stärkt. Sehen Sie, es ist ja nicht damit getan, einfach den Durchfall zu stoppen. Denn eigentlich versucht der Körper dadurch ja nur, Giftstoffe wie Nikotin oder Alkohol, Erreger wie Viren oder, was seltener vorkommt, Bakterien zum Beispiel aus verdorbenen Lebensmitteln, aus dem Körper zu entfernen. Dafür wird der Nahrungsbrei durch zusätzliche Flüssigkeit weiter verdünnt und die Ausscheidung beschleunigt. Stoppt man diesen natürlichen Ausscheidungsprozess mit Durchfallmitteln, die darauf abzielen, die Darmbewegung zu lähmen, verbleiben Krankheitserreger und schädliche Stoffe zu lange im Darm. Das ist letztlich wenig sinnvoll.

Wie funktioniert dann die Arzneihefe?

Prof. Guggenbichler: Bei der Arzneihefe Saccharomyces boulardii greifen verschiedenste Mechanismen mit dem gemeinsamen Ziel, den Durchfall möglichst zügig, zuverlässig und nachhaltig zu bekämpfen. Aber eben ohne die natürliche Darmfunktion zu beeinträchtigen. Eine große Bedeutung kommt beispielsweise der Hemmung von Zytokinen zu. Das sind entzündungsfördernde Stoffe, deren Hemmung einen Rückgang entzündlicher Prozesse in der Darmschleimhaut bewirkt. Bemerkenswert ist auch die Fähigkeit dieser Arzneihefe, bakterielle Erreger zu binden und sie auf natürliche Weise aus dem Darm auszuscheiden.

Es gibt ja offensichtlich auch Schutzwirkungen auf die Darmschleimhaut.

Prof. Guggenbichler: Die gibt es. Arzneihefe unterstützt sehr deutlich die Regeneration geschädigter Darmzellen. Ich will auch noch darauf hinweisen, dass diese Arzneihefe das sogenannte darmassoziierte Immunsystem stärken kann, von dem unsere Widerstandskraft sehr stark abhängt. Dies geschieht vor allem durch die verstärkte Produktion von Immunglobulinen, die für die Erkennung und Abwehr von Erregern zuständig sind. Es laufen also mehrere Prozesse neben- und miteinander ab, die alle die Darmgesundheit stärken.

Bei welchen Durchfall-Ursachen funktioniert das?

Prof. Guggenbichler: Eigentlich bei allen. Zur Behandlung besonders gefürchteter Noro-Virus Infektionen gilt Arzneihefe schon lange als ein Mittel der Wahl. Und auch bei der AAD, der Antibiotika-assoziierten Diarrhoe, die nach Einnahme von Antibiotika auftritt. Selbst bei Reizdarm-bedingten Durchfällen zeigen sich erstaunlich positive Effekte. Wie das geschieht, zeigen gleich mehrere mit Perenterol durchgeführte wissenschaftliche Studien. Eine konsequent-vorbeugende Einnahme Arzneihefe-haltiger Mittel kann ein drohendes Durchfall-Risiko in der Tat weitgehend reduzieren.