Interview: B-Vitamine für neue Lebensenergie

Dr. Glasberg-Craus

Freuen wir uns wirklich über den Zugewinn an Lebenszeit? Leiden nicht viele Menschen gerade ab dem sechsten Lebensjahrzehnt unter unerklärlicher Müdigkeit, Erschöpfung und Niedergeschlagenheit? Wir sprachen mit der Düsseldorfer Fachärztin für Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren, Frau Dr. Perla-Vali Glasberg-Craus, über dieses Erschöpfungssyndrom und über Therapiemöglichkeiten durch eine ärztlich verabreichte Aufbaukur mit B6, B12 und Folsäure, dank derer Lebenslust, Vitalität und Leistungsfähigkeit meist in erstaunlich großem Umfang zurückkehren.

INUKO: Frau Dr. Glasberg-Craus, was beinhaltet eigentlich der Begriff „Erschöpfungs-syndrom“?

Dr. Glasberg-Craus: Darunter fassen wir eine Vielzahl von Symptomen zusammen. So zum Beispiel andauernde Mutlosigkeit, das Gefühl, einfach keine Kraft mehr zu haben, ständig müde zu sein, nicht ausreichend schlafen zu können bis hin zu depressiven Phasen. Es ist wirklich beeindruckend, dass Gesundheitsstatistiken zu Folge 61 Prozent der Deutschen diese Erschöpfungsphänomene kennen.

INUKO: Also ist etwas dran am Schlagwort von der „erschöpften Gesellschaft“?

Dr. Glasberg-Craus: Durchaus. Die Menschen werden immer älter. Und bei älteren Menschen häufen sich Infekte, der Körper verliert die Fähigkeit, Vitamin B aus der Nahrung aufzunehmen. Dazu kommen – gerade jetzt in dieser durch Existenz- und Gesundheitsängsten geprägten Zeit – Stress oder psychischer Belastung. Das bleibt nicht ohne Folgen. Im Extremfall verliert der Organismus sogar die Fähigkeit, sich wieder zu regenerieren, also aus eigener Kraft zur früheren Lebensqualität zurück zu finden.

INUKO: Sie sprachen die Vitamin B-Versorgung an. Spielt die wirklich eine so große Rolle in diesem Zusammenhang?

Dr. Glasberg-Craus: Auf jeden Fall, das haben inzwischen viele Studien bestätigt, die den Einfluss einer gezielten, per Injektion verabreichten Vitamin B-Aufbaukur untersuchten So sollten zum Beispiel 1.430 Patienten ihre Befindlichkeit vor Therapiebeginn angeben. 89,3 Prozent davon bezeichneten sich als matt und knapp 80 Prozent als schwung- oder antriebslos. Nach der Behandlung reduzierte sich die Anzahl der Patienten mit diesen Beschwerden auf 8,7 beziehungsweise 9,7 Prozent.

INUKO: Warum eine Injektionskur? Reichen Tabletten nicht aus?

Dr. Glasberg-Craus: Der Effekt bei der Einnahme von Tabletten ist leider sehr überschaubar. Diese, wie wir sagen ‚orale‘ Verabreichung bringt die aufgenommen Vitamine häufig nicht in ausreichender Menge ins Blut. Vom empfindlichen B12 kommt beispielsweise nur etwa 1% im Blutkreislauf an, egal wie hoch Sie das Präparat dosieren. Außerdem stellen wir in der Praxis immer wieder fest, dass die Zielgruppe – also vor allem ältere Menschen – sowieso schon genügend Tabletten einnimmt und daher häufig eine solche Zusatzversorgung vergisst oder sie schlicht als zu viel empfunden wird. Durch die Injektionen oder Infusionen können die Wirkstoffe schnell direkt in den Blutkreislauf gelangen und ihre volle Wirkung entfalten.

INUKO:Nun wird vielfach eine fertige, per Spritze oder Infusion verabreichte B Vitaminkur (Medivitan i.V.) eingesetzt. Gibt es dafür spezielle Gründe?

Dr. Glasberg-Craus: Sicher doch! Die Wirkung einer B Vitamin-Zufuhr hängt entscheidend von einer genau abgestimmten Zusammensetzung der einzelnen Bestandteile ab. Nur wenn B6, B12 und Folsäure in einem exakt auf die Bedürfnisse des Organismus‘ abgestimmten Verhältnis verabreicht werden, können Patienten schnell und dauerhaft davon profitieren. Das Schöne ist ja, wie schnell Patienten über Besserungen ihres Befindens berichten, häufig bereits nach den ersten Injektionen.

INUKO:Es ist aber schon zeitaufwendig, sich einen Monat lang zwei Injektionen pro Woche abzuholen.

Dr. Glasberg-Craus: Menschen haben für so vieles Zeit. Und die für eine solche Aufbaukur eingesetzte Zeit ist gut investiert. Die Durchführung der Therapie geht schnell und letztlich kann so jeder selbst dazu beitragen, schnell wieder die gewohnte Leistung und Lebensqualität sowie die körperliche und geistige Energie zurück zu erlangen.

INUKO: Was beeinflusst unsere Vitamin B-Versorgung, warum haben so viele Menschen eine Unterversorgung?

Dr. Glasberg-Craus: Ganz oben auf der Liste der Vitamin B-Killer stehen Medikamente gegen chronisches Sodbrennen. Sie be- oder verhindern die Freisetzung von B12 aus der Nahrung. Auch einige Medikamente, die bei Asthmatikern für eine Weitstellung der Bronchien sogen, zerstören Vitamin B6, genau wie bestimmte Antibiotika. Und natürlich die „Pille“ für die Empfängnisverhütung. Aber ich hatte es ja eingangs erwähnt: Schon ganz natürlich nimmt mit dem Alter die Fähigkeit des Magen-Darm-Traktes ab, B-Vitamine aus der Nahrung herauszulösen und in den Organismus zu übernehmen.

Redaktion: Viele Gründe also für den Gang zum Arzt und für die speziell abgestimmte B-Vitamin Aufbaukur. Frau Dr. Glasberg-Craus, danke für das Gespräch.